Staublog

Tallas

 

04.08.2014

 

Nachdem ich eine Nacht auf der Strecke von Schimkent nach Tallas auf der Straße verbrachte, kam ich also früh morgens in Tallas an. Auf den Weg dorthin nahm ich einen älteren Mann mit der meinen Bus mit einer Maruschka verwechselte. So kam ich also früh am morgen in Tallas an und suchte mir dort erstmal einen geeigneten Standplatz zum Schlafen. Als der Tag began, das Treiben in der Stadt sich zu regen anfing dachte ich es sei eine gute Idee meinen Bus etwas aufzuräumen. Denn so langsam wurde es nun doch etwas unangenehm. Meine schmutzige Wäsche die Unordnung und auch der ganze Staub aus Kasachstan machte mir nun doch etwas zu schaffen,. Also alle Klamotten raus aus der Kiste und Waschen und Aufräumen. Sofort fand ich einen geeigneten Platz mit einem Wasserkanal. Jetzt konnte die Arbeit beginnen. Ich war sehr überrascht wie viel Sand und Staub sich doch angesammelt hatte. Nachdem ich alle Sachen ausgeräumt hatte, sah ich, das sich mein Drucker mit Farbe verschmiert hatte. Da ist wohl die Schwarze Farbe ausgelaufen. Meinen Bus musste ich komplett ausräumen.

Als ich begann zu säubern, kam wütend eine Frau auf mich zu und wollte mich wohl darauf aufmerksam machen das sie nicht möchte das ich Chemikalien auf dem Boden auslasse. Dort fressen die Kühe das Gras gab sie mir mit Händen und Gestiken zu verstehen. Es sei nur Sand und ich müsse mein Auto säubern vom Staub aus Kasachstan, damit ich wieder in meinem Auto schlafen kann gab ich ihr zu verstehen. Ebenfalls mit Händen und Füssen. Immer noch beunruhigt ging sie auf ihr Grundstück, welches direkt an meiner Parkstelle grenzte. Ich machte also weiter mit der Reinigung meines Autos.

Später kam diese Frau noch mal, erst dachte ich nun geht das ganze wieder von vorn los. Doch es kam ganz anders. Sie gab mir zu verstehen das sie für mich Kaffee oder Tee bereitstehe, ich eingeladen sei. Die Frau war so nett, dass ich mich sogar traute sie zu fragen: ob sie jemanden wüsste der mir meine Sachen für Geld waschen würde. Das würde sie machen gab sie zu verstehen. Schon saß ich bei Tee und Gebäck auf einer großen Sitzfläche im Garten. Zusammen mit der Frau, ihrer 23 Jährigen Tochter und den Enkeln von 2 und 5 Jahren. Sie waren sehr nett und freundlich. Meine Wäsche wurde gewaschen und meine zerrissene Hose wurde auch genäht. Wir haben viel gelacht und uns trotz der fehlenden Sprachkenntnisse prima unterhalten. Vielleicht haben wir auch darüber gelacht das wir uns  nicht verstanden haben, aber der gute Wille auf  beiden Seiten vorhanden war.     

Wir haben uns verabschiedet, anschließend fuhr ich in die Stadt um eine Internetverbindung zu finden. Leider ist es schwierig in Tallas eine Verbindung zu bekommen. Vorgestellt habe ich mir das ich in einem Café mit WiFi sitze und nach hause schreiben kann, doch die Café´s die es hier gibt hatten entweder geschlossen oder kein Internet. So ging ich in ein Internetcafe um wenigstens meine E-mail zu lesen. Viel Neues gab es allerdings nicht. Außer Jürgen hat mir niemand geschrieben. Vor dem Internetcafe kam plötzlich ein Bus so wie meiner. Ich fragte den Fahrer ob er wüsste wo ich so eine Kappe bekomme die das Radlager sichert. Kurz entschlossen bot er mir seine Kappe an – für 500 CUM wechselte die Kappe den Besitzer und ich war sehr glücklich darüber.

Dann kam ein Mann auf mich zu der behauptete für einen  regionale Zeitung zu arbeiten. Er wollte gerne Fotos vom inneren meines Autos machen. Er hatte Schwierigkeiten zu verstehen, dass ich das auf keinen Fall möchte. Ich erklärte ihm das dies mein Zuhause ich und es auch meiner Sicherheit dient. Naja, wir haben uns verabschiedet – er konnte mich nicht locken mit einem Artikel in der regionalen Zeitung. Auf so was lege ich ja auch überhaupt keinen Wert, aber woher soll er das auch wissen.

Anschließend begab ich mich auf Straßensuche, zu finden galt es die Straße in der Nella und Malik wohnen. Es war nicht ganz so einfach da ich immer wieder auf sehr betrunkene Menschen traf die für ihre Information Geld haben wollten. So kreuzte ich dann durch Tallas – am Ende fand ich die Straße nachdem ich einen Kaufmann in einem Magazin fragte, war ich nur weniger Häuser von dem Wohnort entfernt. Dann wurde ich freundlich begrüßt von Malik und seinem Freund Big….   Nella hat sofort etwas für mich zum Essen zubereitet, obwohl sie gerade geschlafen hatte und sehr müde und verschlafen aussah.

Leider konnte ich nicht gut einschätzen, ob ich eine große Belastung für diese Familie darstelle.

Nach dem Essen war es dann auch Zeit schlafen zu gehen – also ab in den Bus und Licht aus.

Am Tag darauf bin ich mit dem beiden Freunden – zum großen Platz des Mallas gefahren – ein großer kirgisischer Krieger war er wohl. Ein nationaler Held wurde aus ihm gemacht. Die Kultstätte erinnert mich ein bisschen an Haitabu in der Nähe von Schleswig.

Heute werde ich sicher nicht weiter fahren – aber vielleicht morgen ….. dann geht es Richtung Bishkek.


 

4.8.14 09:34

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


zurken (4.8.14 10:48)
Mit dem Artikel wär doch lustig gewesen. Was hast du zu befürchten? Eine Wohnung in einem Auto ist für die Leute ungewöhnlich, das kennen die nicht.

Hast du der Frau was gegeben fürs Waschen und Nähen?

Ich weiß, wer Nella und Malik sind, aber deine anderen Leser werden das nicht wissen. Das Denkmal für den Manas steht in Tasha Arik, ein Nachbarort von Talas.

Eine Nacht zwischen Shymkent und Talas auf der Straße? Wie muss man sich das vorstellen? Hast du auf der Straße geschlafen?

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